Meine erste Weltreise – Sydney

Ich war guter Dinge, dass die Zugfahrt nicht so schlimm wird wie die Busfahrt und dies traf zum Glück auch ein. Kurz vor 7 Uhr war ich am Bahnhof und der Zug machte erst einmal einen guten Eindruck. Er sah innen in etwa so aus wie bei uns ein normaler IC. Das Unschöne war nur, dass der Zug die ganze Fahrt über mit ner Geschwindigkeit einer Regionalbahn dahingetuckert ist und leider war nur selten das Meer mal zu sehen, wo ich doch gehofft hatte, dass es eine abartig schöne Bahnfahrt direkt an der Küste entlang wird. Doch weit gefehlt, meistens ging es durchs Hinterland man man sah grüne Hügel und Kühe. Ab und an ja ganz nett, aber für die 11 Stunden, die es hell war, war dies dann doch ziemlich eintönig. Einige der Bahnstationen waren echt riesig und zwar so groß, dass man nur von einem Wagen an einer Tür aussteigen konnte, wenn man dahin mußte. Und von Stationen dieser Art gab es reichlich.

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“Interessant” waren auch die Personen, die mit dem Zug gefahren sind. Einige waren so dick, dass selbst Amis dagegen wie Spargeltarzane ausgesehen haben. Der runterklappbare Tisch bei jedem Sitz hatte bei mir noch gut 25cm Platz, bis mein Bauch kam. Bei der Frau, die neben mir (zum Glück war der Gang dazwischen) saß, konnte der Tisch nur stark nach oben geneigt rausgeklappt werden, da sonst kein Platz mehr da war. Ich hab mir dann immer den Spaß erlaubt die leckersten Süßigkeiten aus meinem Rucksack zu ziehen und sie genüßlich zu verspeisen. Sie hat mich dann immer mit riesengroßen Augen angesehen und ich mußte ständig befürchten, daß sie mir gleich meine Süßigkeiten mitsamt meinem Arm abbeißt.

Ich war auf jeden Fall froh, als ich gegen 22 Uhr endlich in Sydney angekommen war und nach nem Hühnchendöner ging es dann auch gleich ab ins Bett.

Nur fast 6 Jahre später als geplant, am 14. August 2006 war es endlich soweit – Ich bin in Sydney und seh auch was. Ok, die Olympischen Spiele hab ich zwar irgendwie knapp verpasst, aber man kann ja nun mal nicht alles haben. Um 7:30 hab ich die Jugendherberge verlassen und es ging dann zu Fuß gerade aus durch die komplette Innenstadt bis ich endlich vor der Harbour Bridge und dem Opera House stand und fleißig Fotos machen konnte.

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Anschließend ging es wieder die halbe Strecke zurück und zur angeblich am meisten besuchten Sehenswürdigkeit in Australien, dem Aquarium. Nun ja, ich fand es ganz nett, aber so toll nun auch wieder nicht – daher gibts auch keine Fotos hier zu sehen 🙂

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Vom Aquarium ging es dann weiter zum zweithöchsten Gebäude in der südlichen Hemisphäre, dem Sydney Tower. Dort konnte man sich einen netten Überblick verschaffen über die Umgebung. Sie sind ja dort zum Glück dabei die Lifts zu modernisieren, da die Fahrt in den kleinen Lifts (maximal 13 Personen) ewig dauert und dabei ist der Tower nur knapp über 300m hoch. In der Hochsaison sind die Wartezeiten dort bestimmt phänomenal.

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Da ich ja nur einen Tag zur Verfügung hatte, um so viel wie nur irgendwie möglich von Sydney zu sehen, ging es dann auch gleich wieder runter vom Tower und ab zum Bondi Beach Explorer und schön an der Küste entlang zu eben diesem Strand.

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Dort hab ich mir selbst 30 Minuten Aufenthalt zugestanden, also schnell die Schuhe aus, Hosenbeine abmachen und ein wenig im Wasser spazieren gehen. Es war ziemlich frisch, das muß ich schon sagen.

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Wie gesagt, ich hatte nicht viel Zeit, also ging es dann vom Bondi Beach schnell zurück zur Harbour Bridge, da ich ja eine Nachtbesteigung gebucht hatte. Dazu muß man dann wissen, daß die Nachtbesteigung um 16:15 beginnt und es hier immer ein Wettlauf mit der Zeit ist was eher passiert: Sonnenuntergang oder Ladenschlußzeiten. Beide liefern sich echt immer einen harten Kampf, aber spätestens um 6 haben beide ihr Ziel erreicht. Ich hatte die ganze Sache wirklich perfekt getimt, da ich um 16:14 dort angekommen bin und gleich durchgehen durfte 🙂 Nach umfangreichen Anlegens der Sicherheitsausrüstung (leider durfte man absolut nichts mit auf die Brücke nehmen, auch keine Kameras oder ähnliches) ging es dann bei beginnenden Sonnenuntergang los. Es war wirklich ein sehr eindrucksvolles Erlebnis aus der Höhe das alles erleben und genießen zu können. Vielleicht gibts auch irgendwann mal noch nen Schnappschuß von diesem Ausflug, aber dazu müßte ich das eine Foto erst einmal anknipsen und dann hoffen dass die Qualität passt – und dazu bin ich zur Zeit noch zu faul. Auf jeden Fall war die Tour dann nach 3,5 Stunden vorbei und ich mußte noch einmal durch die ganze Innenstadt gehen. Eigentlich wollte ich ja noch ins Kino und vorher eine Kleinigkeit essen……ich hab ja auch beides getan, aber Superman Returns hatte auf mich so eine einschläfernde Wirkung, dass ich nach 45 Minuten lieber gegangen bin anstatt mich dann schlafend im Kinosessel vorzufinden.

Der 15. August war mein letzter kompletter Tag in Australien, also die letzte Möglichkeit einen Ausflug hier durchzuführen. Also ging es ab in die ca. 110km entfernten Blue Mountains. Früh gegen 7:45 war Abfahrt.

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Nach diversen kurzen Stopps in Sydney, um noch ein paar andere aufzulesen ging es zuerst in eine Art von Zoo, in der man so ziemlich alle Arten von Tiere sehen kann, die in Australien leben. Man hatte auch ausgiebig die Möglichkeit Koalas und Kängururs zu streicheln und somit hautnah erleben zu können.

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Von dort ging es dann weiter in die Blue Mountains, wo ich u.a. eine der berühmtesten Felsformationen in Australien, die “Three Sisters” sehen konnte.

 

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn Prospekten liest man immer wieder von “Grand Canyon Australia’s” – absolut nicht vergleichbar, allein schon daher, weil es hier viel zu grün ist und ich dank der ständigen Regenschauer endlich mal den Regenwald im Regen durchwandern konnte. Es kann aber auch sein, dass sich der “Grand Canyon” auch woanders in den Blue Mountains befindet und ich ihn gar nicht gesehen habe. Abstreiten möchte ich das auf jeden Fall nicht :-).

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Danach begann quasi der “unterhaltsame” Teil des Ausflugs, nämlich Selbstversuche im Boomerang-Werfen sowie Didgeridoo-Spielen. Wenn man weiß wie es geht ist das Werfen eigentlich gar nicht mal sooooo schwer, aber das Spielen ist der Hammer. Ich war schon froh überhaupt ein Geräusch hervorgebracht zu haben, aber da dann noch eine Melodie oder was auch immer zu spielen??? No fuc… chance.

Anschließend ging es weiter zum Gelände der Olympischen Spiele, wo wir einen kurzen Halt vor dem Olympiastadium eingelegt haben (Unterhalt der gesamten Anlage beträgt angeblich läppische 1 Mio Aus$ pro Woche).

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Von dort ging es dann zur Fähre, die uns in 45 Minuten zurück in die Innenstadt von Sydney gebracht hat und den Ausflug beendete.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter in Neuseeland besser sein wird, als es heute in Australien war, aber die angekündigten 1-9 Grad sind nicht zwingend viel versprechend. Hier waren heute so 10-15 Grad und mit meiner dicksten Kleidung, die ich dabei habe (ein dünner Pulli), doch teilweise ziemlich frisch.

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